Blechlagerregale für Tafeln und Platten
Blechtafeln sind groß, schwer und unhandlich. Lose gestapelt verkratzen sie, verbiegen sich oder werden zur Unfallgefahr. Blechlagerregale lösen das Problem, indem sie jede Tafel einzeln aufnehmen und sicher tragen. So bleibt das Material flach, sauber und gut erreichbar. Diese Regale gehören zu den Spezialregalen auf Palettenregal-Basis und nutzen deren stabile Stahltechnik.
Je nach Bauart liegt das Blech flach auf Kragarmen oder in Schubfächern, die sich herausziehen lassen. Für andere sperrige Ware finden Sie ergänzend Kabeltrommelregale und Profillagerregale. Den Überblick zu klassischen Regalen bietet die Seite Palettenregale.
Wofür eignen sich Blechlagerregale?
Diese Regale sind für flaches, schweres Plattenmaterial gemacht.
- Stahl-, Alu- und Edelstahlbleche
- große Platten aus Holz, Kunststoff oder Verbundstoff
- Tafeln, die flach liegen oder hochkant stehen sollen
- schwere Einzelstücke, die sich von Hand kaum bewegen lassen
Weil jede Tafel ihren festen Platz hat, vermeiden Sie das Durchwühlen von Stapeln. Das schützt die Oberflächen und senkt das Verletzungsrisiko beim Greifen. Schubfachsysteme ziehen die Last sogar ganz heraus, sodass Sie die Tafel bequem von oben anheben können.
Bauformen und Tragkraft
Es gibt zwei Grundprinzipien für die Blechlagerung.
- Kragarm-Bauform: Bleche liegen auf horizontalen Armen, oft ergänzt um Längs-Fachböden oder Armbrücken.
- Schubfach-Bauform: Tafeln liegen in ausziehbaren Fächern, mit oder ohne Motorantrieb.
Die Traglasten sind hoch. Blechlager-Magazine erreichen je nach System 1.500 bis 8.000 kg. Schubfächer mit Elektroantrieb tragen bis zu 3.000 kg je Fach. Der genaue Wert hängt von Bauform, Stützen und Spannweite ab und steht auf dem Belastungsschild.
Kragarm- oder Schubfach-Blechlager?
Beide lagern Bleche, doch Zugriff und Preis unterscheiden sich.
- Die Kragarm-Bauform ist günstiger und einfach zu beladen, eignet sich aber eher für flaches Ablegen.
- Das Schubfachsystem bietet vollen Zugriff von oben und schont den Rücken, kostet aber mehr und braucht Antrieb oder Kraft zum Ausziehen.
Wer selten und mit Kran oder Stapler einlagert, fährt mit Kragarmen günstig. Wer oft einzelne Tafeln von Hand entnimmt, profitiert von Schubfächern. Für reines Langgut wie Profile sind dagegen Kragarmregale oder Profillagerregale die bessere Wahl.
Vorteile und Grenzen
Blechlagerregale bringen Ordnung und Sicherheit in die Plattenlagerung.
- jede Tafel hat einen festen, geschützten Platz
- hohe Traglasten bis mehrere Tonnen
- weniger Kratzer und Verformungen am Material
- Schubfächer für rückenschonenden Zugriff
Grenzen liegen im Platzbedarf und im Preis. Schubfachsysteme sind teuer und brauchen Raum nach vorne zum Ausziehen. Sehr große Tafeln erfordern Kran oder Stapler zum Handling, was die Anbindung an den Arbeitsplatz erschwert. Für nur wenige Bleche ist ein eigenes Spezialregal oft überdimensioniert, dann genügt ein verstärktes Standardfach.
Sicherheit und Prüfung
Lagern Sie schwere Tafeln immer unten und sichern Sie hochkant stehende Bleche gegen Kippen. Beim Ausziehen von Schubfächern entsteht ein Kippmoment, deshalb muss das Regal fest verankert sein. Heben Sie schwere Platten mit geeignetem Gerät, nicht von Hand. Die zulässigen Lasten stehen auf dem Belastungsschild nach DIN EN 15635. Gewerbliche Regale prüft eine befähigte Person jährlich. Mehr dazu auf der Seite zur Regalprüfung. Passendes Material finden Sie unter Lagerzubehör.
Tipps für die Praxis
Sortieren Sie Bleche nach Format und Stärke, bevor Sie sie einlagern. Gleich große Tafeln in einem Fach lassen sich leichter greifen und stapeln sauberer. Dünne und dicke Bleche getrennt zu halten, beugt Verformungen vor, weil dünne Tafeln unter schweren leichter knicken.
Planen Sie genug Raum vor dem Regal ein, vor allem bei Schubfächern. Ein ausgezogenes Fach ragt weit in den Gang. Wer mit Kran arbeitet, braucht zusätzlich freien Raum über dem Regal. Diese Wege gehören in die Planung, sonst lässt sich das Regal später nicht sicher bedienen.
Schützen Sie sich beim Handling vor scharfen Kanten. Blechtafeln haben oft scharfe Schnittkanten. Handschuhe und gegebenenfalls Hebehilfen gehören zum sicheren Umgang. Markieren Sie zudem die zulässige Last je Kragarm oder Fach deutlich, damit niemand ein Fach überlädt.
Achten Sie bei der Lagerhöhe auf die Entnahme. Schwere Tafeln auf hohen Ebenen lassen sich von Hand kaum sicher abheben. Legen Sie häufig gebrauchte und schwere Bleche deshalb auf Greifhöhe oder darunter und nutzen Sie obere Ebenen für leichte, selten benötigte Platten. Wer mit Kran oder Vakuumheber arbeitet, plant den nötigen Freiraum über dem Regal von Anfang an mit ein. Eine durchdachte Höhenstaffelung beschleunigt die tägliche Arbeit und senkt das Risiko, dass eine schwere Tafel beim Anheben abrutscht.
Halten Sie zudem etwas Reserve bei der Traglast vor. Bleche aus Stahl wiegen je Quadratmeter deutlich mehr als Aluminium oder Holzwerkstoff, und ein voller Stapel gleich großer Tafeln summiert sich schnell. Rechnen Sie das Gewicht je Fach lieber großzügig und wählen Sie das Regal eine Stufe stabiler, statt knapp zu kalkulieren. So bleibt das System auch dann sicher, wenn Sie später dickere oder schwerere Bleche lagern.